Das Objekt des Monats




Das Deutsche Technikmuseum zeigt im Foyer jeden Monat neu ein ausgewähltes Exponat.

Weitere Informationen finden Sie auch auf den Seiten des DTM.

In diesem Monat können Sie das folgende Exponat sehen:


Osterei aus Zucker mit Miniaturdiorama, 1908-1918
© SDTB / Foto: C. Kirchner

Osterei aus Zucker mit Miniaturdiorama, 1908-1918

Dieses dekorative Osterei hat schon einige Osterfeste er- und überlebt. Man mag es dieser fragilen Konstruktion aus Zucker, Spritzguss und Pappe nicht zutrauen, aber sie ist bereits etwa hundert Jahre alt und kam aus (mindestens) fünfter Hand in unsere Sammlung.

Das Deutsche Technikmuseum erhielt dieses Objekt im vergangenen Jahr von einer Oldenburgerin. Sie hatte es von ihrer Großmutter (geb. 1926) geerbt. Zuvor gehörte es einer Schulfreundin der Großmutter. Und jene Schulfreundin wiederum bekam es von ihrer Mutter, die im Jahr 1900 geboren wurde. Letzterer wurde das Osterei in ihrer Jugend in Bremen geschenkt.

Diese Objektgeschichte legt den Schluss nahe, dass das Ei nicht nach 1918 hergestellt worden sein kann. Die untere Datierungsgrenze liefert die noch originale Verpackung. Zellophan (auch Cellophan oder Zellglas) erlaubte erstmals ab 1908, Verpackungen aus Klarsichtfolie herzustellen.

„Panorama-Eier“ wie dieses bestehen aus zwei Schalenhälften aus in Form gepresstem Zucker. Die Hälften werden mit Spritzguss zusammengehalten, nachdem das Diorama im Inneren fertig ist. Diese Tradition mit europäischen Wurzeln erfreute sich auch in den USA noch bis zum Ende der 1980er-Jahre einer gewissen Beliebtheit.

Heutzutage gehören solche Schmuck-Eier nicht mehr zum üblichen Oster-Sortiment des Süßwarenhandels. Stattdessen kann man im Internet diverse Anleitungen zum Selbstbau finden. Das wird viele Nostalgiker freuen, aber wohl keine Konkurrenz für die überall erhältlichen Schoko-Eier darstellen. Diese sind einfacher und mundgerecht zu verzehren und schmecken wohl auch besser.